M ü h l e n k a m p Größer/Kleiner - klick auf das Bild Die St. Georg ist der letzte echte Alster'dampfer'.
Die Dampfmaschine wurde 1922 gebaut, hat 2 Zylinder und 75 PS. Das Stampfgeräusch und die Pfeife sind ein Genuss für jeden Technikfreund.
Die St. Georg wurde 1876 auf der Reiherstiegwerft in Hamburg gebaut. Nach Fertigstellung versah sie dann zusammen mit ca. 30 anderen Schiffen auf der Alster und den Kanälen den Liniendienst wie heute U-Bahn, S-Bahn oder Busse. 1939 dann wurde die Schiffahrt auf der Alster eingestellt.

Nach dem Krieg wurde sie zwar wieder aufgenommen, allerdings nur noch mit Dieselschiffen. Die schlecht erhaltenen Dampfschiffe wurden verschrottet, und die gut erhaltenen in alle Windesrichtungen verkauft.

So verschlug es die 'St. Georg' dann auf Umwegen nach Berlin, wo sie 40 Jahre lang ihren Dienst versah. Als das Schiff nur noch Schrottwert hatte sollte es ausgemustert werden. Man besann sich auf die traditionsreiche Vergangenheit des Schiffes und so wollte man es Hamburg wieder als Geschenk zum 800sten Hafengeburtstag machen. Es gab jedoch ein kleines Problem, denn wer will schon Schrott.

So wurde dann kurzer Hand von Privatpersonen, die ein Stück Kultur in Hamburg bewahren wollten, der Verein Alsterdampfschiffahrt gegründet. Dieser Verein übernahm das Schiff und schickte es auf eine längere Reise nach Dresden zur Laubegast-Werft, wo es dann wieder in den wundervollen Zustand der 20er Jahre zurückversetzt wurde.

Man muß dazu sagen, dass das Schiff in Berlin um rund 5m verlängert und mit Stahlaufbauten versehen worden war. Diesen eklatanten Fehler galt es nun natürlich wieder rückgängig zu machen, da das Schiff ja originalgetreu hergestellt werden sollte.
Dazu gehörte natürlich dann auch wieder eine alte Dampfmaschine, die sich jetzt im unteren Mittelschiff befindet und bei ihrer Arbeit besichtigt werden kann. Diese Dampfmaschine wurde 1922 gebaut, hat 2 Zylinder und 75 PS.

Nachdem dann das Dampfschiff 'St. Georg' wieder mit Holzaufbauten und ihrem Namen (in Berlin hieß es 'Deutschland') versehen worden war (die Instandsetzung kostete rund 950.000.- DM), wurde es 1994 wieder auf der Alster eingesetzt.

Betrieben wird das Schiff auch heute noch größten Teils ehrenamtlich von den Mitgliedern des Vereins Alsterdampfschiffahrt. Benötigt werden zu jeder Fahrt 3 Mann Besatzung (der Schiffsführer, der Maschinist und der Decksmann), denn das Schiff muß immer von Hand festgemacht werden und der Schiffsführer kann nicht von vorne auf die Maschine zugreifen. Wie früher muß er alle Kommandos (vorwärts, rückwärts, stop usw.) durch ein Sprachrohr an den Maschinisten weitergeben.
(Der Text wurde http://www.alsterdampfer.de entnommen)